In was für einer Gesellschaft leben wir? Was ist richtig, was ist RECHT oder "RÄCHT"?


Darf eine Wohnungsverwaltung diese Türdekorationen verbieten...


Links:

Die Schreiben der Hausverwaltung

GEWOBAG_2010

GEWOBAG2011



... und gleichzeitig andere Türdekorationen (Schriftzeichen, Fan-Aufkleber (Fußball etc.), Witzpostkarten, Weihnachtsgrüße, Blumenkränze, 3D-Sticker...) dulden?



Die GEWOBAG handelt damit parteiisch auf Beschwerden von Nachbarn, die inhaltlich bewerten, wie die betreffende Mieterin denkt. Finden Sie/ findet Ihr das gerecht?

Was haltet Ihr/halten Sie generell von dieser Art der Türdekoration?

Hättet Ihr/hätten Sie gern ähnliches an Euren/Ihren Türen oder den Türen der Nachbarn oder würde Euch/Sie das stören bzw. "irritieren"?



Das obige Bild enthält Farben, die ggf. als eine Wortgruppe entziffert werden können. Diese Wortgruppe wird als "politische Botschaft" gewertet und somit begründet man die Forderung nach unverzüglicher Abnahme des Bildes (der Kompromiss einer teilweisen Abänderung stand seitens der GEWOBAG nie im Raum).

Enthält dieses Kunstwerk ebenfalls eine "unerlaubte politische Botschaft"?



* welcher hier lesende Vermieter würde die Außenseite einer Wohnungstür vermieten zu kunst- und ggf. Werbezwecken? Wie teuer wäre das monatlich?

Auf einem Haus der GEWOBAG prangt fett ein überdimensionales KAISERS – Logo... das zeigt schon, dass sie an (kommerzieller) Werbung interessiert sind!

Zur Sachlage*: dem Vermieter gehört vertraglich die Außenseite der Tür, die nicht mitvermietet wird und daher darf der Vermieter für kahle Türen sorgen.

Doch darf er parteiisch handeln und damit einzelne Menschen diskriminieren?



Wer hat das Recht zu definieren, was Kunst, was Meinungsäußerung, was ein wertfreies Wort und was eine politische Botschaft oder gar eine politische Forderung ist?


**eine private Meinung zu den Ambitionen solcher Vermieter (keine Garantie für wirkliche Ambitionen der Vermieter, nur eine gefühlte Sache und freie Empfindungsäußerung):

"Es ist eine machtlüsterne Demonstration, dass man in einer kapital-hoffierenden ausbeutungsfixierten Wirtschaftsordnung keine abweichenden Meinungen und kreativen Ausdrucksformen dulden will und lieber in die Privatsphäre eines "bunten Vogels" einzudringen versucht.

Wunsch, einen besseren Eindruck von besagter Hausverwaltung zu bekommen: bunte Vögel in Frieden lassen, die kontrollsüchtig-patriarchalisch gesonnenen Hobby-Denunzianten zur Toleranz aufzurufen und sie auf die Freiheit von freundlichen bunten Vögeln hinweisen. Das könnte positiv zur Entwicklung aller Mieter und deren gegenseitiger Toleranz beitragen.

Dann kriegt man vielleicht auch in der Presse freundliches Feedback und erntet die Anerkennung kulturell kreativer Menschen, man hätte als Hausverwaltung im Positiven Anteil an den derzeit stattfindenden Wandelprozessen.

Wie dürfen Fenster – von INNEN - geschmückt sein?

Darf mittels Butterbrotpapier eine Ersatzgardine gebastelt werden (transparent + blickdicht und ein wenig verziert)?

Ist es Passanten zuzumuten, an einem matt rosafarbig leuchtenden Fenster vorbeizugehen, das oben in der 4. Etage ist und wo nur auf gezieltes Ausschauhalten hin überhaupt etwas wahrnehmbar ist? Regelmäßiges Beobachten des Fenster -womöglich mit Fernrohr, um Schriftzeichen ausfindig zu machen- erinnert mich an "Stalking", will etwa jemand protokollieren, wann und wie oft in welchem Fenster Licht brennt oder die sich die Sternchen und Herzchen an den Fenstern verändern?

Hat ein Vermieter das staatlich anerkannte Recht – und für mich viel wichtiger: die moralische Berechtigung vor unser aller Gewissen – die Mieter zu nötigen, ihre Fensterdeko abzunehmen oder auf den Betrieb der kleinen Schwarzlichtfunzel zu verzichten? Ist das nicht ein gravierender Eingriff ins Privatleben?**



In wie fern kann so eine Fensterdeko







die NACHTRUHE von Mietmietern stören (oberhalb oder unterhalb der betreffenden Wohnung)?

(Vergleich: andere Weihnachtssterne und beliebig formbare LED-Fenster- oder Balkondekorationen blinken viel leuchtkräftiger und unruhiger)

Physikalisch ist die Beeinträchtigung der Nachtruhe von Mitmietern durch ein Fenster im gleichen Haus ohne Verwinkelung unmöglich, da man die Beleuchtung der Zimmer nicht von Wohnungen im selben Haus wahrnehmen kann. Selbst die andere Straßenseite kann dieses matte Licht nicht/kaum wahrnehmen, da zudem noch Bäume vor dem Fenster stehen. Inhaltlich können deutlich zu erkennende Poster in den Wohnungen von Mietern, straßenseitig sichbares Fernsehprogramm, an Fenstern oder Balkonen herausgehängte Windspiele oder Nationalflaggen ebenfalls die Gemüter "irritieren", doch gehören diese ebenso zur freien Gestaltung und Persönlichkeitsentfaltung wie die Fensterdeko auf dem Foto.

Ich stelle mir immer vor, wer ich gern wäre, wenn das hier ein Film oder Roman wäre.

Möchte ich ein kreativer, lustiger Held sein, ein "Möglichmacher", der selbstbestimmt und fröhlich etwas Nachahmenswertes vorlebt, oder ein sich hinter (Gummi-)Gesetzen versteckender Hinderer, der formal seine Macht spielen lässt?

Gesetzt den Fall, die Mieterin möchte mit obigem Fenster entgegen ihrer Beteuerungen, es handle sich um Kunst, ein Wort zum Nachdenken auf den Weg geben:

ist es inhaltlich verwerflich in dieser Gesellschaft, in der so viel (gefühltes) Unrecht geschieht an Mensch und Natur, dieses Wort zu veröffentlichen? Wo positioniert sich eine Hausverwaltung, die einen formalen Grund sucht, diese Fensterdeko gewaltsam zu unterbinden? Sollte sie nicht etwas toleranter gegenüber den Individualrechten sein, um nicht den Eindruck zu erwecken, sie strebe schrittweise in Richtung anderer Kontrollgesellschaften, in denen sich die Individuen nicht wohl fühlen?

Ich bin allerdings froh, dass ich hier lebe, wo mir im Namen des Gesetzes nicht der Kopf abgeschlagen werden darf oder eine Steinigung wartet, wenn ich mich verhalte, wie ich mich verhalte. Ich grüße mit dieser kleinen Äußerung meiner beschränkten Möglichkeiten die tapferen Freiheitskämpfer auf der ganzen Welt, die sich mit viel gravierenderen Problemen herumzuschlagen haben und die lachen würden, wenn es auch bei ihnen nur um funzelig beleuchtete Fenster ginge!

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